Lil Miquela hat 1,5 Millionen Follower auf Instagram. Sie ist 19 Jahre alt, lebt in Los Angeles, ist Model und Musikerin – aber das Besondere ist: Sie ist nicht echt. Dieses computergenerierte Supermodel ist das digitale Projekt einer in L.A. ansässigen Modelagentur namens Brud, die kürzlich in ihrer letzten Finanzierungsrunde rund 6 Millionen US-Dollar von Investoren wie Sequoia Capital erhielt.
Die Tatsache, dass Lil Miquela scheinbar echte Jobs bekommt, zeigt, wie die Grenzen zwischen traditionellem Modeling und virtuellen Modellen verschwimmen. Sie wurde in der Modebranche vorgestellt, und renommierte Marken wie Balmain, Dior, Prada und Louis Vuitton arbeiten inzwischen mit CGI-Modellen. Solche digitalen Models bieten Modelagenturen neue Möglichkeiten, innovative Kampagnen zu entwickeln und die Reichweite ihrer realen Models zu ergänzen.
Zuletzt war Lil Miquela in der 40-jährigen Jubiläumskampagne von UGG zu sehen und fügte sich nahtlos neben zwei echten Influencern ein. Für den durchschnittlichen Betrachter ist es kaum erkennbar, dass sie kein menschliches Model ist. Diese Entwicklung wirft spannende Fragen für Modelagenturen auf: Steigern virtuelle Models wirklich den ROI oder sind sie nur ein vorübergehender Hype in der Welt des Modeling?
In der neuesten Episode des Innovators-Podcast von TheCurrent diskutierte Tech-Expertin Liz Bacelar, dass CGI-Modelle nicht nur ein Marketingtrick sind, sondern auch als eine Form künstlerischen Ausdrucks gesehen werden können. Gleichzeitig reflektiert dies, wie Schönheitsideale durch digitale Models beeinflusst werden und welche Rolle Modelagenturen in einer zunehmend virtualisierten Zukunft spielen könnten.
Obwohl das Engagement von CGI-Influencern laut Launchmetrics oft geringer ist als bei menschlichen Models – teils bis zu 90 % –, bieten sie dennoch neue Chancen für das Modeling und die strategische Arbeit von Modelagenturen, die sich frühzeitig auf diese Technologie einstellen.