Als Facebook den neuen Namen für das Mutterunternehmen – Meta – enthüllte und seine Vision des Metaversums präsentierte, nahmen die Mode- und Modelwelt davon Notiz. Der Zeitpunkt wirkte bedeutsam, da Facebook zuvor Kritik wegen Leaks, Geheimniskrämerei und sozialer Verantwortung erfahren hatte. Unter dem Meta-Banner öffnet Mark Zuckerberg nun jedoch eine Tür zu einer digitalen Zukunft, in der persönlicher Stil und Modeerlebnisse auf Technologie treffen.
Stellen Sie sich eine Modenschau vor, bei der Models aus aller Welt als Avatare erscheinen, oder gestalten Sie Ihren eigenen digitalen Kleiderschrank mit Designs, die vielleicht nie in der physischen Realität existieren werden. Marken wie Balenciaga, Supreme und das norwegische Carlings experimentieren bereits mit digitaler Mode, erstellen virtuelle Kollektionen und Skins in Videospielen und signalisieren, dass Modeln und Modelagenturen ein neues Terrain betreten.
Digitale Mode spricht nicht nur Gamer oder Technikbegeisterte an. Sie beeinflusst zunehmend Modelportfolios und wie Models sich präsentieren. Das Metaversum könnte es Models ermöglichen, neben ihrer traditionellen Arbeit auch eine digitale Präsenz zu zeigen, mit Avataren, die digitale Kollektionen von führenden Modehäusern oder unabhängigen Designern tragen. Modelagenturen könnten bald nicht nur physische Fotoshootings, sondern auch digitale Modekampagnen und virtuelle Laufsteg-Events verwalten und so neue Chancen für Models schaffen.
Laut Medien- und Moderechercheurin Synne Skjulstad haben Plattformen wie Instagram bereits verändert, wie Model- und Modelarbeit konsumiert wird, und digitale Ausdrucksformen zentral für Modeerlebnisse gemacht. Im Metaversum könnte dieser Effekt noch verstärkt werden: Der Avatar eines Models könnte ebenso wichtig werden wie das reale Portfolio, was beeinflusst, wie Agenturen Talente sichten und wie Modeln weltweit erlebt wird.
Zuckerberg sieht Avatare als persönliche, expressive Erweiterungen unserer selbst, wobei digitale Kleidung Stilentscheidungen ebenso bewusst widerspiegelt wie reale Outfits. Modeforscher schlagen vor, dass dies die Branche grundlegend verändern könnte, von der Entdeckung von Models bis zur Präsentation von Kollektionen. Die nächste Konsumentengeneration wird Mode über mehrere Ebenen erleben – Avatare, digitale Kleiderschränke, virtuelle Laufstege – und die Grenze zwischen Modeln und interaktivem, digitalem Erlebnis verwischen.
Obwohl das Metaversum noch in Entwicklung ist, signalisiert seine Schnittstelle mit Mode, Models und Modelagenturen einen breiteren kulturellen Wandel. Technologie definiert nicht nur, wie wir uns kleiden, sondern auch, wie Modeln selbst gedacht wird. Von digitalen Kleidungsdrops bis hin zu vollständig immersiven virtuellen Laufstegen erkunden Models, Agenturen und Kreative neue Territorien in einer Ära, in der der digitale Kleiderschrank genauso wichtig sein könnte wie der physische.