Mode ist nicht unbedingt die beständigste Branche; sie lebt von ständigen Veränderungen, die sowohl Marken als auch Models herausfordern. Modehäuser klammern sich an alles, was sie „frisch“ finden, und diese Dynamik wirkt sich direkt auf das Modeling aus – sowohl auf Models als auch auf die Arbeit von Modelagenturen.
Seit 2015, als Raf Simons Dior für Calvin Klein verließ und 2016 von Maria Grazia Chiuri bei Valentino ersetzt wurde, schien jede/r Chefdesigner/in großer Modehäuser ihre Positionen zu wechseln. Dieser ständige Austausch sorgt nicht nur in den Medien für Schlagzeilen, sondern beeinflusst auch die Karrierewege vieler Models, die auf den Laufstegen dieser Marken auftreten. Modelagenturen beobachten solche Wechsel genau, da neue Designer oft unterschiedliche Vorstellungen vom Einsatz und der Auswahl ihrer Models haben.
Im Jahr 2017 übernahm Clare Waight Keller nach dem Ausscheiden von Riccardo Tisci die Leitung von Givenchy. Tisci wiederum ersetzte Christopher Bailey bei Burberry, nachdem er seine Trennung von der Marke bekannt gegeben hatte. Bei Céline verließ Phoebe Philo offiziell 2018 und wurde durch Hedi Slimane ersetzt. In der Herrenmode ersetzte Virgil Abloh 2018 Kim Jones bei Louis Vuitton, und Jones übernahm im Gegenzug Dior Homme. Solche Veränderungen zeigen, wie eng Designer, Marken und Modelagenturen miteinander verflochten sind.
Diese ständigen Wechsel sind nicht immer einfach nachzuvollziehen. Während manche Entscheidungen strategisch wirken, erscheinen andere auf den ersten Blick widersprüchlich. Für Models bedeutet dies, dass sie sich flexibel zeigen müssen und oft ihre Arbeitszeiten und Portfolios an die Vorstellungen neuer Designer anpassen. Modelagenturen spielen hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie Models vermitteln, coachen und auf die wechselnden Anforderungen vorbereiten.
Designer wie Raf Simons und Alexander Wang haben wiederholt betont, wie schnelllebig die Modebranche ist und wie schwer es ist, kreative Ideen vollständig zu entwickeln, wenn Shows und Kollektionen ständig wechseln. Das wirkt sich nicht nur auf Designer aus, sondern auch auf Models, die sich auf neue Kollektionen, Runways und Fototermine einstellen müssen. Agenturen müssen diese Prozesse koordinieren, um ihre Models optimal zu positionieren.
Obwohl kreative Differenzen und Erschöpfung oft Gründe für den Wechsel von Designern sind, beeinflussen diese Entscheidungen die gesamte Modewelt, einschließlich Models und Modelagenturen. Marken versuchen, sich zu erneuern, kulturell relevant zu bleiben und die Aufmerksamkeit der Branche zu halten. Dies eröffnet Models Chancen, neue Kollektionen zu präsentieren und ihre Karrieren zu entwickeln, während Modelagenturen die Brücke zwischen Talenten und Marken schlagen.
Die Modebeobachter des Jahres 2018 konnten sehen, wie diese Veränderungen die Branche beeinflussten. Auch wenn einige Kollektionen glanzlos wirkten, brachten Designerwechsel, neue Markenstrategien und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Models frischen Wind und neue Dynamik in die Modewelt – ein Prozess, der Models, Modelagenturen und die gesamte Branche gleichermaßen prägt.