Findest du es fair?
Seit dem Aufstieg von Kendall Jenner und den Hadid-Schwestern kennt die Mode die Welt der Models berühmter Familien. Der jüngste Zustrom von Prominenten auf dem Laufsteg hat jedoch eine kontroverse Debatte ausgelöst: Würden sie dort stehen, wo sie jetzt sind, ohne ihre hochkarätigen Nachnamen?
Während Jenner und die Hadids als prominente Celebrity-Models bekannt sind, zeigt die Forbes-Liste der bestbezahlten Models von 2017 viele weitere Kinder von Stars – darunter Familien von Kate Moss, Lionel Richie, Jude Law, Johnny Depp, Nicole Richie, Snoop Dogg und Liam Gallagher. Modelagenturen (model agencies) beobachten diesen Trend genau, da die Popularität der Models stark durch ihre Herkunft beeinflusst wird.
Nicht nur Promi-Kinder sind gefragt: Auch königliche Blutlinien werden von Modelagenturen für renommierte Modehäuser gebucht. So eröffnete Prinz Nicolai von Dänemark Kim Jones‘ Debütshow bei Dior Homme.
Eines der neuesten Beispiele ist Delilah Belle Hamlin, Tochter von Schauspieler Harry Hamlin und Reality-Star Lisa Rinna. Auf der diesjährigen Mercedes-Benz Fashion Week in Australien zeigte Delilah, wie Celebrity-Models durch ihren familiären Einfluss oft leichter Zugang zu internationalen Model-Engagements erhalten. Ihre jüngere Schwester Amelia Hamlin verfolgt denselben Weg, und beide wurden bereits als die nächsten "Hadid-Schwestern" bezeichnet.
In der digitalen Welt kann jeder versuchen, sich als Model zu etablieren. Doch Promi-Kinder haben durch ihre Eltern einen sofortigen Vorsprung. Diese Models besitzen zweifellos modelwürdige Eigenschaften, aber die Chancen, die sie bekommen, sind oft leichter zugänglich als für ein bürgerliches Model, das Jahre des harten Trainings hinter sich hat. Viele Models arbeiten lange Zeit mit professionellen Fotografen, bevor sie bei großen Modenschauen auftreten, während Promi-Kinder manchmal sofort gebucht werden.
Jude Laws Tochter Iris, die nur 163 cm groß ist, hat bereits für Burberry ge-modelt. Das zeigt, dass Modelagenturen zunehmend auch auf den Social-Media-Wert und den Prominentenstatus achten. Wie Calvin Klein sagt: „Sie werden gebucht, weil sie online so viele Follower haben.“ Selbst harte Arbeit garantiert für klassische Models nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie für Kinder von Prominenten.
Mit der wachsenden Bedeutung von Social Media und Modelaristokratie wird die Modeindustrie zunehmend exklusiver. Diese Celebrity-Models prägen oft ein Schönheitsideal, das sich nicht immer mit der Vielfalt der Branche deckt. Wenn Erfolg im Modeling nur durch Privilegien oder Einfluss erlangt wird, bleiben Rasse, Reichtum und Prestige wichtige Faktoren – und die Vielfalt innerhalb der Modelwelt leidet.
Was sind deine Gedanken dazu über den Einfluss von Prominenten auf Models und Modelagenturen?