In diesem ausführlichen Interview spricht Model Anya Kisel — vertreten von einer der führenden Modelagenturen Europas — offen über ihre persönliche Beziehung zu ihrem Körper, ihr Leben jenseits des Laufstegs und darüber, wie ihre Reise im Modelbusiness ihre Perspektive geprägt hat.
Metro Models (MM): Anya, vielen Dank, dass du heute bei uns bist. Wie würdest du deine Identität als Model heute beschreiben?
Anya: Mein Name ist Ania Kisiel, und ich bin Model — aber auch Vollzeitmutter von zwei wundervollen Kindern. Die Mutterschaft hat mein Verständnis von Stärke und Geduld mehr verändert als jeder High-Fashion-Job. Vor meinen Kindern dachte ich, ich hätte Ausdauer. Heute weiß ich, dass Geduld etwas ist, an dem ich täglich arbeite.
MM: Ein sehr persönlicher Einstieg. Viele verbinden Models mit Glamour — doch hinter den Kulissen steckt sicher mehr?
Anya: Absolut. Die Öffentlichkeit sieht meist nur das fertige Bild — die Outfits, das Licht, das Endergebnis. Doch Modeling bedeutet Authentizität, Verletzlichkeit und Storytelling. Die Zusammenarbeit mit unterstützenden Teams — Fotograf:innen, Stylist:innen, Make-up-Artists — verwandelt ein Konzept in etwas Ausdrucksstarkes und Menschliches. Genau deshalb sind gute Modelagenturen so wichtig: Sie fördern nicht nur Schönheit, sondern Tiefe und Individualität.
MM: Wir mochten besonders deine Metapher, in der du deinen Körper mit der Natur vergleichst. Kannst du das näher erklären?
Anya: Wenn ich meinen Körper beschreiben müsste, würde ich ihn mit einem sonnigen Wald nach einem Regenschauer vergleichen. Da ist Widerstandskraft, Sanftheit, Leben und eine stille Stärke, die keine Perfektion braucht. So fühle ich mich heute — geerdet und zugleich im Wachstum, genau wie die Natur.
MM: Hat sich dieses Gefühl im Laufe der Zeit verändert?
Anya: Definitiv. Mein Körper hat viele Veränderungen erlebt — vom Modeln vor den Kindern, über das Leben-Schenken, bis hin zum Balanceakt der Mutterschaft. Ich sehe ihn heute als realer und belastbarer. In zehn Jahren wünsche ich mir dieselbe innere Stärke — vielleicht mit etwas mehr Zeit für Yoga und Self-Care — aber mit dem gleichen geerdeten Selbstvertrauen.
MM: Wie haben die professionellen Beziehungen zu führenden Modelagenturen deinen Weg beeinflusst?
Anya: Mit renommierten Modelagenturen zusammenzuarbeiten hat mir Möglichkeiten eröffnet, die ich mir am Anfang nie hätte vorstellen können. Es geht nicht nur um gebuchte Jobs, sondern um Netzwerke, Gemeinschaft und kreative Räume. Wenn eine Agentur Models zuerst als Menschen sieht, verändert das alles.
MM: Zum Abschluss: Welchen Rat gibst du Menschen, die in die Welt der Models und des Modelings einsteigen?
Anya: Lebt eure Individualität. Die Branche entwickelt sich weiter — es gibt Platz für viele Geschichten jenseits klassischer Schönheitsideale. Findet eine Agentur, die euch respektiert, stärkt eure eigene Stimme und vergesst nie: Selbstbewusstsein und Authentizität wirken immer durch die Kamera.