Nachhaltigkeit prägt die Modebranche weiterhin maßgeblich, und immer mehr Marken übernehmen zirkuläre Praktiken als neuen Standard statt als Nischenidee. Von Luxusmodehäusern bis hin zu Fast-Fashion-Ketten beschleunigt sich der Wandel hin zu Secondhand-, Vintage- und Leihmode. Diese Bewegung beeinflusst nicht nur die Art und Weise, wie Kleidung produziert und verkauft wird, sondern auch, wie Models, Kreative und eine neue Generation von Modekonsumenten bewusster mit Stil umgehen.
Große Namen wie Gucci und Isabel Marant gehörten zu den frühen Luxusmarken, die den Wiederverkauf erkundeten, während beliebte Ketten wie Gina Tricot nachgezogen sind. Ein aktueller globaler Bericht prognostiziert sogar, dass Secondhand-Mode bis 2030 die Fast Fashion überholen wird – ein klares Zeichen für einen tiefgreifenden Wandel in der Branche. Da Nachhaltigkeit zunehmend Teil der Markenidentität wird, zeigen Kampagnen häufiger Models, die für Authentizität und zeitlosen Stil stehen statt für kurzlebige Trends.
Valentino ist das jüngste Luxushaus, das auf diese grüne Welle aufspringt. Laut WWD hat die italienische Marke mit einer ausgewählten Gruppe renommierter Vintage-Boutiquen weltweit kooperiert, um die kuratierte Initiative Valentino Vintage zu starten. Dazu zählen Madame Pauline Vintage in Mailand, New York Vintage Inc. in New York City, Resurrection in Los Angeles und Laila Tokyo in Japan. Solche Kooperationen zeigen, wie Traditionsmarken über das klassische Runway-System hinausarbeiten und dabei häufig Talente über Modelagenturen und kreative Netzwerke einbinden, die nachhaltige Werte teilen.
Besitzer von Vintage-Stücken von Valentino werden ermutigt, ihre Kleidungsstücke in die teilnehmenden Geschäfte zu bringen. Im Gegenzug erhalten sie Gutscheine, die für neue Valentino-Kollektionen eingelöst werden können. So entsteht eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die es sowohl treuen Kunden als auch neuen Zielgruppen – oft über Editorial-Shootings, Models und Storytelling erreicht – ermöglicht, Teil der sich entwickelnden Markengeschichte zu werden.
Die zweite Phase des Projekts soll im Januar nächsten Jahres starten, wenn Kunden die eingereichten Vintage-Stücke direkt erwerben können. Auch wenn Valentino sich über die langfristige Strategie bedeckt hält, spiegelt die Initiative einen breiteren Branchentrend wider, bei dem Luxusmarken, Modelagenturen und Kreativdirektoren Werte, Langlebigkeit und Relevanz neu definieren.
Kreativdirektor Pierpaolo Piccioli verfolgt seit Langem das Ziel, Valentino zu modernisieren und gleichzeitig seine Kernwerte zu bewahren. Valentino Vintage gilt als natürliche Erweiterung dieser Vision. Acht Jahre lang arbeitete Piccioli gemeinsam mit Maria Grazia Chiuri als kreatives Duo, das den globalen Einfluss des Hauses maßgeblich stärkte. Seit Chiuris Wechsel zu Dior im Jahr 2016 prägen beide Designer weiterhin die Mode auf höchstem Niveau und inspirieren Designer, Models und die gesamte Modelbranche gleichermaßen.
Da Nachhaltigkeit zunehmend im Zentrum der Zukunft der Mode steht, zeigen Initiativen wie Valentino Vintage, dass Luxus, Tradition und verantwortungsvolle Innovation koexistieren können – und setzen damit einen neuen Standard für Marken, Models und Modelagenturen in einer Branche im Wandel.