Kann Alkohol als Mode verkauft werden – und was Models darüber zeigen
In den letzten Jahren haben sich die Welten der Luxusspirituosen und der Haute Couture auf überraschende Weise angenähert und neue Diskussionen darüber ausgelöst, ob Alkohol tatsächlich als Mode und nicht nur als Getränk vermarktet werden kann. Traditionell konzentrierte sich Alkoholmarketing auf Herkunft, Geschmack und Lifestyle, doch derzeit vollzieht sich ein Wandel: Einige Marken übernehmen Strategien aus der Welt der Modehäuser und der Laufstegkultur, um in einem sich verändernden Markt relevant zu bleiben.

Luxuskonzerne wie LVMH – besser bekannt für ikonische Models, Haute Couture und Designerlabels – behandeln inzwischen ihre Wein- und Spirituosensparte mit derselben Kreativität wie ihre Modekampagnen. Dom Pérignons jüngste Kampagne „Creation is an eternal journey“ mit bekannten künstlerischen Persönlichkeiten ähnelt eher einem Mode-Editorial als einer klassischen Champagnerwerbung und verwischt die Grenzen zwischen Getränkemarketing und visuellem Storytelling. Diese Strategie spiegelt wider, wie Modeling und Modebilder von Modelagenturen genutzt werden, um emotionale Narrative zu schaffen, die Konsumenten ansprechen.

Der Trend beschränkt sich nicht auf Fotoshootings. Kooperationen mit Modehäusern und Designern – von individuell gestalteten Flaschen bis hin zu limitierten Editionen, die an kulturelle Momente anknüpfen – zeigen, wie Alkoholmarken Symbole von Luxus und Stil nutzen, um Begehrlichkeit ähnlich wie Modemarken zu erzeugen. Partnerschaften mit Künstlern, Influencern und Kreativdirektoren erinnern daran, wie Models und Modeling Modetrends prägen und Markenwahrnehmungen aufwerten.

Trotz dieser Bemühungen gibt es grundlegende Herausforderungen, Alkohol als echtes Modeprodukt zu positionieren. Im Gegensatz zu Modekollektionen, die sich saisonal verändern, beruht die Produktkategorie Alkohol auf Tradition und Beständigkeit; ältere Jahrgangsspirituosen gewinnen oft gerade deshalb an Wert, weil sie unverändert bleiben. Dennoch nutzen Marketer zunehmend modetypische Produkteinführungen, Laufstegsymbolik und Influencer-Kultur, um Traditionsmarken neue Relevanz zu verleihen.

Jüngere Konsumenten – insbesondere die Generation Z – verändern die Marktdynamik weiter. Anstatt ausschließlich in Produktqualität zu investieren, legen diese Zielgruppen Wert auf kulturelle Resonanz, kreatives Storytelling und authentische Markenidentitäten. Das hat Alkoholmarken dazu ermutigt, lifestyle-orientierte Botschaften und visuelle Strategien zu übernehmen, die denen großer Modelagenturen und Modehäuser entsprechen, um trendbewusste Zielgruppen anzusprechen.

Letztlich wird Alkohol in den Augen von Models, Designern und Modebegeisterten wohl niemals die Haute Couture ersetzen. Doch die Verschmelzung von Modemarketing und Getränkebranding spiegelt einen umfassenderen kulturellen Wandel wider. Da sich das Marketing rund um Alkohol zunehmend an der stilistischen Sprache von Modekampagnen orientiert, eröffnet dies spannende Möglichkeiten, Produkte nicht nur als Konsumgüter, sondern als Lifestyle-Symbole in einer vernetzten, stark visuellen Welt zu positionieren.
August 28, 2025