Der Designer, der Chanel und Shein im modernen Modeln verbindet
In der sich ständig wandelnden Welt der Mode sind die Grenzen zwischen Luxus und Massenmarkt verschwommen – und damit verändert sich auch die Landschaft des Modelns. Ein aktueller Beitrag von Metro Models zeigt, wie eine Designerin zwei sehr unterschiedliche Bereiche der Branche miteinander verbindet und damit ein eindrucksvolles Bild davon liefert, wie Kreativität, Kommerz und Modelagenturen heute zusammenwirken.

Im Zentrum dieser Geschichte steht Oxana Goralczyk, eine Designerin, deren Arbeit sowohl Chanel – dem Inbegriff der Haute Couture – als auch Shein, der umstrittenen, aber enorm einflussreichen Fast-Fashion-Plattform, umfasst. Was einst wie modische Science-Fiction klang, ist heute Realität: Seit 2022 arbeitet sie freiberuflich für das traditionsreiche Haus Chanel und kooperiert zugleich mit Shein im Rahmen des Designer Incubator Programms. Diese Doppelrolle verkörpert die sich wandelnde Identität der Modebranche, in der Tradition auf Tempo und Zugänglichkeit trifft.

Goralczyks Weg unterstreicht einen breiteren Wandel in der Art und Weise, wie Marken, Modelagenturen und kreative Talente agieren. In ihrer Arbeit mit Shein nutzt sie die globale Reichweite und unterstützende Struktur des Unternehmens – einschließlich Tantiemen und Wahrung der Urheberrechte –, um originelle Designs direkt einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig bekräftigen ihre Beiträge für Chanel ihre Glaubwürdigkeit in der erlesenen Welt der Luxusmode.

Für Modelagenturen hat dieser Trend Auswirkungen auf die Talente, die sie vertreten. Models stehen heute nicht mehr nur auf Laufstegen oder in Editorials; sie sind Botschafter einer Branche im Wandel. Agenturen müssen ihre Talente darauf vorbereiten, Kooperationen zu navigieren, die High Fashion und kommerzielle Bereiche verbinden – und damit dieselbe Fluidität widerspiegeln, die Designerinnen wie Goralczyk verkörpern.

Diese Verschmelzung der Welten zeigt auch, wie sich der Modelberuf neu definiert. Traditionelle Hierarchien – von Haute Couture bis Fast Fashion – geben nicht länger einen klaren Weg für Models oder Designer vor. Stattdessen belohnt die Branche zunehmend Vielseitigkeit, Anpassungsfähigkeit und kreative Bandbreite. So bleibt das Prestige von Traditionshäusern wie Chanel zwar einflussreich, doch die demokratisierte Sichtbarkeit von Plattformen wie Shein prägt neue Karrierewege für Models und Kreative gleichermaßen.

Im Kern ist Goralczyks Arbeit eine Metapher für das moderne Modeökosystem: eines, in dem Designer, Models und Agenturen sich ständig anpassen, zusammenarbeiten und innovieren müssen. Sie erinnert daran, dass die Zukunft der Mode – und des Modelns – nicht in starren Kategorien liegt, sondern in den kreativen Schnittstellen, an denen unterschiedliche Einflüsse aufeinandertreffen.
July 10, 2025